Weltweit ziemlich einzigartig!

Das Projekt affenBRUT wird im Oktober 2007 vom Kunstbüro Düsseldorf* in Kooperation mit dem Krefelder Zoo und der Fachfrau für kreatives Enrichment, Christine Peter, gegründet. Mit Ausstellungen im In- und Ausland, Info-Angeboten und Online-Shop steht affenBRUT weltweit einzigartig da. Zu den Kunden zählen Museen und Kunstsammler, Kunstprofessoren und Künstler, Ethnologen, Evolutionsbiologen sowie  Tierfreunde jedweder Couleur. 

Barito in seiner Schlafkoje, die für eine Malsession vorbereitet wurde.
Barito in seiner Schlafkoje, die für eine Malsession vorbereitet wurde.

Pate für den Projektnamen stand der Begriff Art brut. Der meint die rohe und unverbildete Kunst von Laien, Kindern, psychisch Kranken oder geistig behinderten Menschen, die ihre Kreativität nicht entlang zivilisatorisch vorgestanzter Schablonen ausleben, nicht eingezwängt sind in die herrschenden Raster von Kunst und Ästhetik – zumindest tendenziell. 

Absolut aber gilt dieses »Jenseits-sein-von« für nichtmenschliche Primaten. Auch wenn ihre Werke – anders als die der Art brut – nicht mit dem Label Kunst versehen sind. Gleichwohl bezeugt die wilde Ästhetik der Affenbilder ein schöpferisches Potenzial, das zumindest den Anspruch erheben darf, in der Korona des etablierten Kunstbetriebes gelistet zu werden.

So betrachtet, schlägt das Projekt affenBRUT eine Brücke zwischen kreativer Tierbeschäftigung und jenen Milieus der Kunstszene, die die Malerei der Menschenaffen als eine »randständige« Bereicherung akzeptieren – als eine Outsider Art par excellence, die vielleicht sogar auf jene gemeinsamen genetischen Wurzeln verweist, die Äonen später im künstlerischen Vermögen von Homo sapiens aufgehen sollten.

affenBRUT: ein chronologischer Schnelldurchlauf

Step 1: Irgendwann in 2006 porträtiert die Tiermalerin des Krefelder Zoos Orang-Utans im Affenhaus. Dabei wird sie aufmerksam vom Affenweibchen Sandra beobachtet. Sandra beginnt, mit kleinen Stöckchen im Rindenmulch zu kritzeln. Das ist die Geburtsstunde der Affenmalerei im Krefelder Zoo.

Christine Peter mit einer der ersten Arbeiten von Orang Utan-Weibchen Sandra.
Christine Peter mit einer der ersten Arbeiten von Orang Utan-Weibchen Sandra.

Step 2: Christine Peter, Fachfrau des Zoos für Tierbeschäftigung, stellt Sandra Farbe, Pinsel und Papier zur Verfügung. Das Ergebnis sind farbenfroher Bilder und eine Nachahmungstäterin: Sita entdeckt ihre Leidenschaft für Wachsmalstifte und Papier. Im Dezember 2006 verlässt Sandra den Krefelder Zoo Richtung Wien. Nun ist Sita die einzige Malerin im Krefelder Zoo. Aber nur für kurze Zeit. Denn auch Geschlechtsgenossin Tilda muss nicht in den Gebrauch von Farben und Pinsel unterwiesen werden. Schließlich hat sie gesehen, wie Sita malt. Und schon in der zweiten Sitzung entstehen kraftvolle Werke, die viel Entwicklungspotenzial vermuten lassen.

Step 3: Kunstbüro Düsseldorf (fundart-21) entwickelt in Kooperation mit dem Krefelder Zoo das Konzept, die Bilder in einem Online-Shop zu präsentieren. Die Verkaufserlöse sollen dem geplanten Freigehege für Gorillas zugutekommen. Jede Arbeit ist mit einem Echtheitszertifikat versehen.

Step 4: Nach dreimonatiger Vorbereitung geht affenBRUT am 10. Oktober 2007 online.

Nachdem Tilda 2008 vom Kölner Zoo übernommen wird und Sita im August 2009 verstirbt, macht sich Christine Peter auf Talentsuche. Sie wird fündig: Seit Oktober 2009 malt mit Barito zum ersten Mal ein Männchen im Krefelder Zoo. Im Mai 2012 wird das Freigehege für Gorillas eröffnet. Seitdem fließen die Erlöse aus dem Bildverkauf zurück in die Tierbeschäftigung.

Juli 2014: Barito übersiedelt in einen Privatzoo im französischen La Palmyre, wo er eigene Orang-Utan-Gruppe übernimmt.

* Zu dieser Zeit firmierte das Kunstbüro Düsseldorf noch unter dem Namen fundart-21

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